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Wie bereits unschwer auf meinem Instagram-Account zu erkennen habe ich die letzte Woche im Schnee verbracht. Um genauer zu sein in Nordnorwegen. Als ich diese Einladung per Mail erhalten hatte war für mich klar, dass ich definitiv an der Reise teilnehmen muss. 2011 habe ich selbst ein Jahr lang in Norwegen gelebt. Allerdings in der Hauptstadt. Hier und da war ich auch an den Wochenenden außerhalb Oslos unterwegs, aber so hoch in den Norden hatte ich es dann doch nie geschafft.Umso glücklicher hat es mich gestimmt, dass ich jetzt die Chance hatte auch den Norden mal genauer zu erkunden. Vorab klang das Programm schon sehr vielversprechend, aber dass es so ein außergewöhnliches Abenteuer wird damit habe ich nicht gerechnet. 

Am Freitagmorgen ging die Reise für mich am Flughafen in Berlin Tegel los. Geflogen bin ich von dort aus über Oslo nach Narvik. Am Flughafen angekommen habe ich meine Mitreisenden kennengelernt und wir wurden herzlich vom Team Visit Narvik und Northern Norway begrüßt. Mit einem kleinen für uns gemieteten Bus ging es dann los über zugeschneite Straßen zu unserer ersten Outdoor Activity. Mit unseren Koffern in eine kleine Holzhütte, rein in die Schneeanzüge und mit Headlights bewaffnet wieder raus zu den Schlittehunden. Wir haben uns in zweier Gruppen aufgeteilt und jeder wurde einem Schlitten und den jeweilig davor gespannten Hunderudel zugewiesen. Und los ging die Fahrt im Dunkeln durch den Schnee bei -20 Grad. Ganz genau ihr habt richtig gehört. Um die Jahreszeit kann es noch extrem kalt sein dort oben, aber voller Konzentration, den Schlitten nicht aus der Bahn zu bringen, war die Kälte halb so wild. Zurück zu den Hunden: Schlittenhunde oder auch als Huskys bekannt wurden damals als Transportmittel eingesetzt. Sie waren dafür zuständig Medizin von A nach B zu bringen. Die Tiere lieben es zu rennen und lieben die Kälte und den Schnee. Bevor wir mit den Schlitten gestartet sind konnte man regelrecht sehen, dass sie es kaum abwarten können ihrer Arbeit nachzugehen. Kaum von der Bremse unten waren sie komplett in ihrem Element. Nach zweistündiger Tour am Ziel wieder angekommen waren sie zufrieden und wollten ihre Streicheleinheiten und ihr Fressen - wohl verdient! Auch wir waren nach dem Auftakt erstmal hungrig. Elcheintopf bei Lagerfeuer zusammen mit einer Samifamilie, die uns ihre Kultur ein Stück näher brachte. Gegen null Uhr bin ich dann hundemüde ins Hotelbett gefallen.

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Am zweiten Tag ging es nach dem Frühstück dann gleich zu den nächsten Tieren. Wir waren im Polar Park, der sich etwa eine Autostunde entfernt von Narvik befindet. Hier leben Arten wie Bären, Luxe, Elche und Rentiere fast wie in freier Wildnis. Es ist also alles andere als ein Zoo. Das wohl schönste Erlebnis der Reise hatte ich persönlich dort. Nach längere Einweisung durften wir ein Wolfsrudel besuchen. Ich habe noch nie zuvor einen Wolf gestreichelt, beziehungsweise mir von einem über den Mund schlabbern lassen und es war für mich eine sehr emotionale Erfahrung. Die Kommunikation mit den Wölfen war wirklich unbeschreiblich. Eine Rasse, die ich schon immer als interessant, aber dennoch irgendwie furchteinflößend abgespeichert hatte. Dieses Rudel hat mir definitiv das Gegenteil bewiesen, aber ich habe das Gehege mit großem Respekt betreten. Also wenn ihr mal irgendwo die Chance haben solltet ein Wolfspack zu besuchen- macht es. Eine Erfahrung, die mich unglaublich bereichert hat.

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Aber die Reise hatte natürlich abgesehen von der Tierwelt noch andere spannende Punkte zu bieten. Narvik ist umgeben von Wasser und Bergen - natürlich durfte eine Fahrt mit der Gondel auf den Berg in unserem Programm nicht fehlen. Am Abend haben wir dann also einen kurzen Abstecher hinauf gemacht, um von dort aus die Nordlichter zu sehen. Auch für mich war es das erste Mal und ein Ereignis der ganz besonderen Art.Ich finde es immer wieder beeindruckend solche Naturereignisse zu erleben. Die "Polarlichtsaison" beschränkt sich auf das Winterhalbjahr, wo dann nördlich des Polarkreises die Sonne wochen- oder monatelang nicht aufgeht. Nur um die Mittagszeit wird es für einige Stunden dämmrig. Trotzdem sind nicht nur die ganz dunklen Monate November bis Januar, sondern auch September, Oktober, Februar und März eine gute Zeit für eine Polarlichtreise. Wir hatten das große Glück und konnten das Naturwunder gleich zweimal auf unsere Reise erleben. An einem Abend wurden wir sogar von zwei Fotografen begleitet, die sich darauf spezialisiert haben die Nordlichter zu fotografieren. Jeder der sich damit auskennt, weiß, dass es gar nicht so einfach ist ein wirklich gutes Foto im Dunkeln zu schiessen. Fernab von den Nordlichtern haben wir unsere Abende meist in einem netten Restaurant verbracht wo immer guter Fische serviert wurde. Wo, wenn nicht in Norwegen bekommt man einen fangfrischen Fisch zu essen.

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Nach unserem Aufenthalt in Narvik ging unsere Reise noch etwas höher in den Norden, genauer gesagt in die Region Vesterålen auf die Insel Andøya. Die Region Lofoten ist sicher vielen von euch ein Begriff. Die Inselgruppe Vesterålen liegt nördlich davon. Ein spannendes Ausflugsziel für viele, die Wale auf dem offenen Meer erleben wollen. Unser erstes Ausflugsziel war allerdings der Barøy Leuchtturm auf der gleichnamigen kleinen Insel Barøya. Eine schnelle Fahrt mit einem RIB Boot hat uns auf die schöne, abgelegene Insel gebracht wo es neben dem Leuchtturm und fünf Ferienhütten nichts, außer den dort lebenden Elchen gibt. Weiter ging unsere Reise dann nach Andenes, der nördlichste Zipfel der Insel. Dort werden das ganze Jahr lang Whalesafaris angeboten. Bei uns kam ein großes Schneesturm dazwischen, weshalb es aufgrund fünf Meter hoher Wellen viel zu gefährlich war mit dem Boot rauszufahren. Das Wetter lässt sich eben leider schlecht beeinflussen, ich habe mir aber fest vorgenommen diese noch eher unentdeckte Region im Sommer nochmal zu besuchen. Es gibt viele kleine Hütten, die man sich mieten kann oder man hat die Möglichkeit im Sommer zu Campen, um der Natur noch ein kleines Stück näher zu sein. Unser Alternativprogramm bestand dann aus einem Besuch im Walmuseum, was übrigens erneuert werden soll und ein architektonisches Highlight in der Region werden wird. Wir durften vorab schon erste Entwürfe sehen und ich bin mir sicher es wird außergewöhnlich. Am Nachmittag machten wir dann auch noch einen Abstecher ins Andøya Space Center wo man uns nochmals die genaue Entstehung der Polarlichter näher brachte. Am Abend rundeten wir unsere Reise mit einem Essen und einer Übernachtung im Marmelkroken ab - ein kleines individuell betriebenes Bed and Breakfast mit einem wahnsinnig tollen Blick auf den Fjord. Da fiel das Abreisen wirklich etwas schwer.

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Abschliessend zu dieser Reise muss ich wirklich sagen, dass ich so einen intensiven Adventure-Trp in der Form noch nicht gemacht habe, aber großen gefallen daran gefunden habe. Was die Reisezeit März angeht: wir hatten von strahlendem Sonnenschein, über leichte Regenschauer bis hin zu einem heftigen Schneesturm alles innerhalb der fünf Tage erlebt. Ich war wirklich überrascht wie schnell sich das Wetter dort oben ändern kann, aber die Norweger selbst nehmen das total gelassen und passen sich eben einfach dem Wetter an. Ein sehr gute Einstellung. Die Natur gibt einem so viel, dass alle dort irgendwie entspannter durchs Leben gehen. Das hat mir besonders gut gefallen. Also wer jetzt auch Lust auf den hohen Norden bekommen hat ich kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen. Norwegen hat so viel zu bieten.

*diese Reise ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Innovation Norway entstanden